Der Nutri-Score

Der Nutri-Score ist nun auch in Deutschland angekommen.
Was ist der Nutri-Score und welche Vor- und Nachteile hat er?

Ampeln kennt jeder – schon Kinder verstehen das einfache Prinzip: Grün gehen, Rot stehen. Im Rad- und Autoverkehr erweitert sich die Ampel um den Zwischenbereich Gelb. Dieses leicht verständliche Prinzip findet sich auch in der Ampelskala des Nutri-Scores wider und soll nun auf alle Lebensmittel gedruckt werden. Was ist der Nutri-Score? Was hat der Nutri-Score mit Nährwerten zu tun? Und was die Vorteile und wichtige Kritikpunkte des Nutri-Scores sind verraten wir Dir hier.

Wohlstandsproblem Übergewicht. Seit Jahren erweitert sich die Vielfalt und Erreichbarkeit unserer Lebensmittelauswahl stetig. Lokale Produkte oder exotische Delikatessen zu jeder Zeit? In der heutigen Zeit ist es sehr leicht hier den Überblick zu verlieren. Deshalb arbeitet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft an einer Erleichterung für den Einkauf. Bereits aus anderen EU-Ländern bekannt, hat man sich in Deutschland für den Nutri-Score entschieden.

Was ist der Nutri-Score? Und wie funktioniert er?

Lebensmittel mit einer Nährwerttabelle auf der Verpackung dürfen mit dem Nutri-Score gekennzeichnet werden. Dieser Score besteht aus 5 farblich hinterlegten Buchstaben von A bis E, von hellgrün bis rot.

Um herauszufinden, welchen Buchstaben und welche Farbe ein Lebensmittel bekommt, wird dessen Energiegehalt und Zusammensetzung untersucht. Einige Inhaltsstoffe erhalten negative Punkte, andere positive. Auf insgesamt 40 negative Punkte können Lebensmittel durch die Höhe ihres Gesamtenergiegehaltes kommen; auch Zucker, gesättigte Fettsäuren und Natrium, also Salz zählt dazu.

Im Anschluss werden die positiven Punkte berechnet. Hier können maximal 15 Punkte erreicht werden. Proteine und Ballaststoffe, genauso wie Obst, Gemüse oder Nüsse sind gut, also gibt es hierfür Pluspunkte.

Nun wird alles verrechnet. So erhält man ein Endergebnis, aus diesem der Nutri-Score abgeleitet wird. Die Angaben beziehen sich immer auf 100 g oder 100 ml des Produkts und nicht auf Portionsgrößen, da sich Portionen oft unterscheiden. (Ganz ehrlich: Wer ist nur ein Viertel einer Pizza?!)

Was sagt der Nutri-Score über ein Lebensmittel aus?

Der Nutri-Score bewertet den Nährwert einer Produktgruppe. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt hier die Beispiele Müsli, Joghurt und Pizza an. Du möchtest ein Müsli mit mehr Ballaststoffen und weniger Zucker? Dann greif zum Müsli mit dem grünen Nutri-Score von A oder B. Du bist auf eine salzarme Ernährung angewiesen? Dann greif lieber zur Pizza mit dem grünen oder gelben Nutri-Score von B oder C.

Was der Nutri-Score nicht leisten kann.

Was Du aber nicht vergleichen kannst ist den Nährwertgehalt von Müsli und Pizza. Es bedeutet auch nicht, dass Du nur Lebensmittel aus dem grünen Bereich A und B essen darfst. Alltägliche Grundnahrungsmittel, wie Mehl oder hochwertiges Olivenöl werden aufgrund ihres hohen Energiegehalts als dunkelrotes E bewertet. Deine Ernährung sollte jedoch auch nicht nur aus ungünstigen Lebensmitteln aus dem roten E-Bereich bestehen. Diese Einschätzung soll durch den Nutri-Score einfacher und intuitiver werden.

Mit dem richtigen Food Design, also der Zusammensetzung Deines Essens kann jedoch auch der Nutri-Score ausgetrickst werden. Er berücksichtigt keine internationalen Richtwerte von Zucker oder Salz, solange das Plus auf der Gegenseite die Mengen ausgleichen. So können beispielsweise Schokoriegel mit hohem Obstanteil einen Nutri-Score von A erreichen, also eigentlich ist alles im grünen Bereich. Isst man jedoch zwei davon ist man längst über die maximale Zufuhrsempfehlung der WHO.

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Unverarbeitete Lebensmittel, wie Obst oder Gemüse liegen im Score im grünen A-B-Bereich, auch wenn man sich nicht nur davon ernähren könnte und sollte. Vom Nutri-Score außen vor gelassen werden unverpackte Lebensmittel oder direkt zum Verkauf bereitgestellte Lebensmittel– Pralinen, Gebäck in der Bäckerei oder offene Getränke fallen auch aus der Regelung. Diese Beispiele zeigen schön, wie wichtig es ist, sich mit den Lebensmitteln auseinanderzusetzen, die man zu sich nimmt.

DrSlym hat sich ebenfalls mit dem Thema Nutri-Score beschäftigt. Obwohl der Nutri-Score immer noch eine freiwillige Angabe ist haben wir unser Konzentrat bereits im Februar zu unabhängigen Laboratorien zur Überprüfung gesendet: 500 ml Wasser mit 30 ml DrSlym Konzentrat kommen auf einen grünen Nutri-Score Wert von B.

Spaßeshalber haben wir auch einmal bei unseren Kollegen und Marktteilnehmer nachgefragt, ob sie sich mit dem Nutri-Score in ihren Produkten auseinandergesetzt haben.

Hier ein paar Antworten:

„Bislang nicht, aber ich kann die Anregung gerne an die Qualitätssicherung weitergeben.“

„Da es sich bei — um Diätprodukte handelt, deren Zusammensetzung durch Gesetze geregelt ist, müssen wir noch prüfen, wie wir den Nutri-Score anwenden können. Wir geben Ihren Anstoß aber natürlich weiter.

Das spiegelt gut den aktuellen Stand vieler Unternehmen wider. Entweder tun sie sich mit dem Thema schwer oder Unternehmen picken sich die Produkte gezielt aus, die sie mit einem grünen und positiven Nutri-Score versehen. Daher fordern gerade die Verbraucherschützer Verbindlichkeit und gesetzliche Regelungen auf Europaebene. 

Hast Du Dich schon mit dem Thema beschäftigt?

Denn Du bist was du …trinkst.